das war der Typostammtisch

3. September 2009

Haiko findet wieder kein Maas. (Oberlehrer), ursprünglich hochgeladen von kupferschrift

Advertisements

Die Typocaust-Lüge

12. September 2007

Amerikanische Wissenschaftler haben unlängst mit einem weiteren Mythos aktueller Zeitgeschichte aufgeräumt: Der Mär der Niederlande als Brutstätte und Nexus moderner und zugleich zeitloser Typographie. Wie von obengenannten Wissenschaftlern zu Tage gefördertes Bildmaterial (s.u.) eindeutig beweist, enstand und ensteht noch immer der Großteil der aus den Niederlanden stammenden graphischen und typographischen Erzeugnisse in Kinderarbeit auf sogenannten »kroostboerderijen«. Dies wurde bekannt, als eines der »boerderijkinderen« nach jahrelanger psychiatrischer Behandlung sein Schweigen endlich brach.

holländische typographen bei der arbeit teil 2

Auch einen Namen trägt dieses unerwünschte Sorgenfindelkind schon: die Typocaust-Lüge. Eine Wortschöpfung die, wohl nicht ganz unabsichtlich, gefährlich nahe dem Kielwasser eines anderen unschönen Kapitels europäischer Geschichte seine Bahnen zieht; dem Hypocaust, jener barbarischen Technik, die allzuoft unter ihrer euphemistischen Bezeichnung »die Fußbodenheizung der alten Römer« firmiert.

holländische typographen bei der arbeit teil 1

Die Niederländer werden ihre Einstellung zu Kindern und Typographie im Allgemeinen sehr kritisch prüfen müssen und hoffentlich zu Schlüssen gelangen, die mit derartigen Mißständen endgültig aufräumen. Dem Rest der Welt obliegt es, also mir, Ihnen, uns allen, der Gemeinde der Schriftinteressierten im Besonderen, bis zum Eintreten dieser Bereinigung des kollektiven Gewissens Typographie, Schriftgestaltung und Urlaub aus Holland zu boykottieren, und jenen ehemaligen Zwangsarbeitern, jenen geschundenen Seelen, das Beste zu wünschen.