Buchbesprechung, die Erste

8. Juli 2007

Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung zu Leipzig

Seit geraumer Zeit liegt es mir auf dem Herzen ein Kleinod – gefunden in einer mir zugänglichen Privatbibliothek – vorzustellen. Welcher Rahmen würde sich für dies vermeintliche Selbstgespräch besser eignen als ein ungelesener Blog.

Dieterich (Leipzig) war ein Verlag der DDR, stand zumindest produktionstechnisch auch in Beziehung zu dem VEB (Verlag der Kunst, Dresden) und/oder dem Verlag Volk und Welt, Berlin und hatte Romane der internationalen Weltliteratur (ideologisch zensiert, versteht sich) im Programm.

Übermäßig bibliophil kann man die Ausgaben wohl kaum nennen, zumal die belletristischen Ausgaben mit Preisen von nur fünf bis acht Mark aufzuwarten pflegten. Nichtsdesotrotz sind sie ähnlich nett wie die des Insel Verlags, nur waren sie mir bisher unbekannt.

Doch gibt es einige liebreizende Details, die ich hier ansprechen will.

(Ich habe sicher nicht die besten Titel aus dem Regal gegriffen, eventuell wird der Beitrag refreshed werden. Nicht zu vergessen: Dank an Frau M. Westphal)

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Die Schwäche äußert sich leider im Papier, wie allzu oft bei Büchern der ehem. DDR. Das wäre noch zu verkraften, wären nicht die meisten Ausgaben grausamst in der falschen Laufrichtung gebunden. Aber darüber sehe ich hinweg.

Das Hardcover ist meist mit einem sehr dünnen Karton im Buchdeckel produziert, weshalb es sich angenehm biegen lässt.

Leider wird der Gestalter der Einbände nicht expliziert genannt, aber ich werde recherchieren …
Die Schutzumschläge bestehen aus mehreren Rahmenaufbauten, die ornamental-illustrativer und im innersten typografischer Natur sind. Dabei integrieren sich recht charmant drucktechnische Einschränkungen. Auf dem Buchrücken erscheint alles kompakt und gut umbrochen, die Rückseite bleibt angenehm weiß.

Entfernt man den haptisch recht uninteressanten Schutzumschlag, erfährt man eine ähnliche, aber geprägte Rahmenarchitektur auf dem Halbleinen, im innersten Kader sind die Ornamente verdichtet sowie in Gold und Prägung verewigt. Erstaunlicherweise funktioniert ebendieser Aufbau eins zu eins auf dem Buchrücken. Respekt!
Ein weißes, bescheidenes Lesebändchen gehört ebenfalls zum Standard.

bild-16.png

Langsam nähern wir uns dem Highlight: Der obere Schnitt, nur (!) der obere Schnitt ist eingefärbt. Mal grau, mal gelb, mal schwarz, mal blau – immer abgestimmt zum Einband. Und einfach äußerst schmuckhaft, aber leise, ehrlich, unaufdringlich.

bild-14.png

Danke für die Aufmerksamkeit, Fotografien der Bücher werden nachgereicht, Schriften werden recherchiert, Gestalter ebenso. Unzureichende Fachbegriffe sind bitte ausnahmsweise zu dulden.

Typontifex

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One Response to “Buchbesprechung, die Erste”

  1. Typolitesse Says:

    Danke für diesen intimen Einblick.
    Ich freu mich schon auf Teil 2.


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